Alles begann mit einer wilden Studentenparty und einem Brief, der mir den Arsch versohlte. „Anja, was stimmt mit dir nicht? Warum kriechst du mir so in den Arsch?!“ Nur weil ich um 4 Uhr morgens ihre Wohnung geputzt habe, während alle anderen ihren Kater ausgeschlafen haben? Ich war wütend, sauer und enttäuscht.
Dachte mir: Was stimmt mit DER nicht? Ich wollte ihr doch nur was Gutes tun.
Ich wollte, dass sie mich mag. Dass ich zur nächsten fetten Party eingeladen werde. Dass sie mich sieht. Wochenlang habe ich über diesen Brief nachgedacht. War sie verrückt oder lag da ein Fünkchen Wahrheit drin? Irgendwann habe ich mich für Psychologie eingeschrieben, um Antworten zu finden. Dann fand ich sie: nicht sie war verrückt, sondern ich. Weil ich als erwachsene Frau die Wohnung einer wildfremden Person putze, nur um gemocht zu werden.
Weil ich als Kind gelernt habe: „Ich bin nur gut genug, wenn ich leiste“, „ich darf nicht anecken“ und „ich muss gefallen, um geliebt zu werden.“
Ab da fielen die Dominosteine.